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Making-Of
... about the production of the Solitary-EP
Making-Of
Anstatt stur eine chronologische Liste von Studio Daten zu veröffentlichen, lassen wir am besten die zu Wort kommen, die selbst an der Produktion der EP beteiligt gewesen sind.
Es kommen zu Wort: Sebastian Luther, Andreas Kesberg, Martin Moser, David Jäckle, Markus Degenhardt, Werner Günther, Tobias Steiger und Matthias Emsbach.
Draufhauen oder Trommeln mit Mathematik ?
Diese Frage stellte ich mir (bzw. stellten wir uns) zu Beginn der Studioaufnahmen: Spielen wir nun jedes einzelne Lied mit oder ohne Click ein? Wir entschieden uns für den einfacheren Weg. Ich konnte also wild, so gut wie ohne Vorgabe, „Draufhauen“. Persönlich war ich zunächst froh, jedoch stellte sich schnell heraus, dass es ohne den permanenten, monotonen Clicktrack nicht geht. Deswegen: Alles gelöscht und noch mal an die Schlagzeugburg gesetzt (ich konnte der Mathematik also hier nicht entgehen). Dieses Mal hieß es mitzählen und dem Clicktrack zumindest ein guter Konkurrent sein (denn besiegen kann man ihn bekanntlich nie). Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass das Einspielen recht gut verlief. Mit all den Schwierigkeiten, die eine Aufnahmesession mit sich bringt, hat es dennoch Spaß gemacht, zumal man sehr viel lernt aber auch, wenn man wie wir, zu jeder Stunde, Späßen und schlechten Sprüchen frönt, viel zu lachen hat. Man erfährt einiges über Abnahme, Aufnahmetechniken und genaues Einspielen. Alles in Allem eine positive Erfahrung sowie eine tolle Zeit, die sich hoffentlich noch oft wiederholen wird. Zum Schluss noch ein Tipp an alle Drummer: Trommeln mit Mathematik macht sich im Studio eben doch bezahlt! Feel the Clicktraaaack!(Sebastian Luther)
Hallo Freunde
Es ist nun über ein halbes Jahr vergangen seitdem wir ins Studio eingezogen sind und haben wärend dieser Zeit vier Lieder aufgenommen. Ja, in meinen Ohren klingt das auch recht wenig, doch wenn man sich die Gesamtlaufzeit der EP betrachtet, sieht man, dass es nicht soooo wenig ist ;). Für mich waren die Aufnahmen sehr lehrreich und ich konnte für mich neue Aspekte des Bassspielens erforschen. Was ist wichtig im Studio? Disziplin und objektives Betrachten der eigenen Leistung. Wenn es nicht hundertprozentig stimmt: „Noch einmal bitte.“ Hier muss man einfach ehrlich zu sich selbst sein und nach dem ersten Studiowochenende musste ich noch einmal richtig reinklotzen um die Leistung zu bringen die wir brauchten. „The Last remaining Light“ sowie „Freedom of Speech“ waren natürlich große Brocken und mussten sorgsam vorbereitet und aufgenommen werden. Oftmals gingen wir dabei Stück für Stück die Lieder durch und nahmen die einzelnen Parts auf. Doch manchmal mussten schwierige Parts an einem längeren Stück perfekt sein. Und wir wollten sie perfekt. (Andreas Kesberg)
Nun, da alles hinter uns liegt, bin ich einerseits erleichtert und andererseits auch ein wenig wehmütig. Erleichtert, weil die musikalischen Ideen, die wir im Laufe der letzten drei Jahre entwickelt haben, endlich für alle Zeit auf CD gebannt sind. Wehmütig, weil ich die kreativen Stunden und die freundliche und inspirierende Atmosphäre im Studio vermissen werde. Doch ich bin sicher, dass dies nicht unsere letzte Aufnahme sein wird und meine Vorfreude auf das nächste Mal steigt von Tag zu Tag. Es ist interessant zu sehen, wie die Lieder gewachsen und gereift sind bis zum Ende der Aufnahmen. Das Ergebnis, dass ich heute in den Händen halten kann, ist wirklich die Essenz von SOLITARY. Es ist genauso vielseitig wie wir als einzelne Personen sind und wie wir musikalisch "denken". Aber was mir noch viel mehr bedeutet: Diese vier Lieder haben eine ganz besondere "Seele". Es ist die vereinte Seele von fünf Freunden, die einen Traum träumen und alle Leidenschaft und Emotionen in diesen Traum einbringen. Unser Traum heißt SOLITARY. Mit der EP hat dieser Traum Gestalt angenommen. (Martin Moser)
Blicke ich auf den Anfang der Aufnahmen im letzten Jahr zurück und halte nun endlich die fertige EP in den Händen, kommt mir die Zeit im Studio einfach zu kurz vor. Man trägt eine wichtige Erfahrung als Musiker heraus, man entwickelt sich stetig weiter und am liebsten würde man direkt wieder zurück. Bezogen auf mein Instrument habe ich auch einiges gelernt, angefangen beim Einspielen nach Click. Vielleicht hatte der Master of Psycho-Exercices John Petrucci in seinem Lehrvideo doch recht und das Metronom sollte zu meinem besten Freund werden, man tritt sich selber nochmal in den Hintern und fängt wieder an, mehr zu üben um alles sauber einzuspielen. Die Tatsache, dass ich in der Zeit der Aufnahmen mal wieder einen Teil meines Equipments gewechselt habe (ja, ich bin Gitarrist und das ist eine Veranlagung!), hat es auch recht schwierig gemacht, den Sound wieder so hinzubekommen, wie er anfangs war. Aber gerade dadurch lernt man wieder mehr: Position des Mikros, welche Einstellungen am Amp und an der Gitarre gut klingen, welcher Effekt wo hinpasst. Ich habe mir dafür auch viel andere Musik angehört und darauf geachtet, wie der Sound definiert und abgemischt ist. (David Jäckle)

Die Herausforderung beim Aufnehmen der Keyboardspuren lag in der Verschiedenheit der Lieder und den Aufnahmestrategien. Einerseits wartete "Of Death and Despair" mit durchgehendem 4/4 Takt und einer geringeren Soundvariation auf mich. Dazu kam, dass ich hier, wie gewohnt, nach Schlagzeug und Gitarre einspielen konnte. Dem gegenüber stand "The Last Remaining Light": Hier war ich als erster im Studio, weil es zeitlich nicht anders zu managen war und weil mit einem Melodienstrument angefangen werden sollte. Wenn man nur Mr. Klick zum Verbündeten hat, der allerdings lächelnd mit verschiedensten Rhytmen und Tempi winkt, kann die Aufnahmesession unglaublich lang und kopfzerbrechend werden. Zu "Up to the sky" und "Freedom of Speech" ist zu sagen, dass sie für kleine Überraschungen gut waren; vorallem an Stellen an denen man nicht mit ihnen gerechnet hatte. So kann ich abschließend zusammenfassen: Es war eine vielseitige Aufnahmephase, die gerade deshalb interessant, spannend und schön war.
Als wir im Oktober 2006 mit den Aufnahmen für die CD begannen, war ich überrascht, wie erfrischend sympathisch die fünf Jungs von Solitary sind. Begeistert hat mich die Dynamik die von der Gruppe ausgeht. So wurden während der Einspielungen, immer wieder viele positive Veränderungen vorgenommen, die aus den zahlreichen spritzigen Ideen der Bandmitglieder entstanden. Daher erklärt sich auch die Dauer der gesamten Aufnahmezeit. Mich beeindruckte der freundliche und faire Umgang, trotz manchmal harscher Kritik, untereinander. Doch da die Bandmitglieder sich über die Qualität ihrer Musik einig sind, waren sie an Selbstkritik und manchmal auch endlosen Wiederholungen, bis zur Zufriedenheit aller, nicht sparsam. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass mir die Zeit mit Solitary nie langweilig wurde, wir viel Spass hatten, wir konnten beiderseits viel von einander lernen und ich bin mir 100% sicher, dass eine tolle CD enstanden ist und ich mit super Musikern arbeiten konnte. Vielen Dank dafür - Werner. (Werner Günther)
Was zuerst war...
Die Hühner von Solitary brüten schon lange an einem neuen Produkt. Mehr als ein halbes Jahr nämlich - nur die Brutzeit von Schildkröten mit 2 3/4 Jahren ist länger. Herauskommen sollte schließlich keine Demoversion, sondern ein ausgereiftes Ergebnis. Herausgekommen ist keine runde Sache - das wäre zu banal. Es hat sich etwas in die länge gezogen, aber schließlich flutschte es. Es wurde sofort begutachtet: die Schale ist toll, aber eigentlich kommt es ja auf das Innere an. Ich mag es lieber etwas hart - andere vielleicht weicher, aber für beide von uns ist etwas dabei. Ein Maulentofant hätte so etwas nicht hin bekommen. In einen Stadium war es uns einer- ei. Das brüten hat sich gelohnt. Kein Hahn kräht besser als Martin, kein Küken klopft besser als Sebastian - es gibt keinen besseren Geburtshelfer als David, Markus und Andy. Nicht zu vergessen: Oberschwester Matthias. Ohne die Hühner hätte es das Ei nie gegeben. Es hat viel Spass gemacht! (Tobias Steiger)
Noch immer kann ich es kaum glauben, dass der EP Entstehungsprozess vorüber ist und ich die CD in Händen halte. Den meinigen Teil der Arbeit, welcher sich im Grunde über alles das erstreckte, was die EP visuell erfahrbar macht, lässt sich sagen, dass die Produktion die perfekte Basis für die Gestaltung von Print- und Web-Medien bot. Glücklicherweise besaß ich die nötige Entscheidungsfreiheit, welche mir einen gehörigen Freiraum in der Ausgestaltung und der Verwirklichung meiner Ideen bot. Die Arbeit im Studio, die ich als "Lakai" für die kleinen Dinge und Fotograf begleiten durfte, hat mir durchweg Spaß bereitet und macht, wie das Ergebnis der Aufnahmen selbst, Lust auf mehr! (Matthias Emsbach)